Sie alle nämlich tragen schwarze Schuhe mit
Aluminiumplatten unter den Sohlen und den Absätzen und bewegen ihre Füße so
geschickt,
dass sie viele Töne erzeugen. Hier steppt dienstags nicht nur der
sprichwörtliche Bär, sondern die "tapdevils": Stephanie Ashford,
Bärbel Gegg,
Birgit Wach, Beate Fleig, Sabine Wesner und Günther Ebner treten die Musik quasi
mit Füßen. Und es sieht nicht nur
gekonnt aus, sondern verbreitet auch
schlagartig gute Laune, wenn die Tanzgruppe ihrem Hobby im Rhythmus frönt.
Step,
stamp, leap und brush - so heißen nur einige der Schrittfolgen und Schläge auf
den Boden, die für den richtigen Groove sorgen.
"Das ist Sport pur", versichert
Bärbel Gegg lachend, dass Kondition und Konzentration gleichermaßen zum
Stepptanz gehören.
Erst müsse die Schrittfolge in den Kopf und dann in die
Beine, erklärt die Tänzerin und erntet zustimmendes Nicken von ihren
Mitstreiterinnen. Man müsse mit Haut und Haaren dabei sein, betonen die "tapdevils"
und lassen schon mit der nächsten Tanzeinlage
keinen Zweifel daran, dass sie
diesem Vorsatz gerecht werden. Dann gibt es erst einmal ein dickes Lob für
Stephanie Ashford,
die als Trainerin fungiert und sich immer wieder neue
Choreographien ausdenkt. Und die seien stets fetzig und dadurch mache
das Proben
einen riesigen Spaß, zeigen sich die sportlichen Frauen und ihr männlicher
Mitstreiter begeistert.
"Man vergisst beim Steppen alle Alltagssorgen",
schwärmt indessen die Trainerin. Stephanie Ashford ist gebürtige Engländerin
und
hat den Tanz, der seine Blütezeit zwischen 1900 und 1955 erlebte und der
Hauptstil in den Shows am Broadway war, von der Pike
auf gelernt. Schon
heißt es wieder Aufstellung, Musik ab und üben, üben, üben. Ein großer
Auftritt steht nämlich kurz bevor:
Die Schwenninger Kulturnacht gilt es zu
steppen. Und zwar mit einem neuen Programm. River Dance - der traditionell
irische
Stepptanz mit keltischer Musik, produziert von dem weltweit
bekannten Tänzer Michael Flatley - steht auf dem Programm der "tapdevils".
Gleich zweimal wird die quirlige Stepptanzcrew dem Publikum der Kulturnacht
tänzerisch einheizen, einmal auf der Haupttribüne
auf dem Muslenplatz und
einmal auf dem Marktplatz. Um der Original-Bühnenaufführung von Riverdance
alle Ehre zu machen,
haben die "tapdevils" sogar extra noch drei junge
Frauen, die den Vorspann tanzen, mit ins Boot geholt. "Wir sind offen für
Kooperationen mit anderen Tanzgruppen", versichern die Tänzerinnen und der
Tänzer bei dieser Gelegenheit dann auch gleich.
Im Moment seien sie auf der
Suche nach Jazztänzern, um "Full Metal Jacket" einzustudieren. Doch zunächst
liegt die volle
Konzentration noch auf den Proben für die insgesamt rund
20-minütige Show, die bei der Kulturnacht zur Aufführung kommen wird.
Insgesamt bestehe die Vorführung aus drei Tänzen, verrät die Stepptrainerin.
Und dann lässt die fröhliche Truppe noch ein
bisschen mehr hinter die
Kulissen schauen und teilt mit, dass neben River Dance auch ein Tanz zur
Musik von der amerikanischen
Pop-Sängerin Christina Aguilera auf dem
Programm steht.
Steppen ist Feinarbeit, Präzision gefragt und
deshalb wird bis zur letzten Minute trainiert. Mit viel Tempo beweisen die "tapdevils"
schon im Training ihre Fußfertigkeit, singen, lachen, klatschen - und feilen
an der Technik. Kurz vor der Aufführung gehe es noch
einmal an die
Feinarbeit und die Anzahl der Proben werde erhöht. Schon jetzt ist der
leidenschaftlichen Stepptanzgruppe klar,
dass sie nach dem Auftritt total
fertig sein werden. Aber auch glücklich, schauen sie lächelnd voraus.
Klappern gehört bekanntlich
zum Handwerk und immer wieder treten die "tapdevils"
bei diversen Veranstaltungen auf. Gerne auch mal für soziale Zwecke,
sagen
sie und erzählen unterstreichend, dass sie schon in der Tannheimer
Nachsorgeklinik oder auch im Altenheim für tänzerische
Unterhaltung gesorgt
haben. Dank eines großen Repertoires kann sich die Gruppe dem Publikum
anpassen und zu jeder Gelegenheit
das Passende aus dem Hut zaubern. Mit
spielerischem Temperament und technischer Perfektion bringen die "tapdevils"
Klassiker
wie "Singing' in the rain" aufs Parkett, steppen zu Perez Prados
"Mambo No. 5", das im Jahr 1999 von Lou Bega gecovert in den
Radiosendern
hoch und runter lief, oder schwingen die Beine zur Musik des Musicals "A
Chorus Line". Stepptanz sei einfach super
vielseitig, schwärmt Beate Fleig.
In ihrem bekannten Restaurant "Hader Karle" in Weilersbach war die Wirtin
Zeugin einer
Stepptanzaufführung und begeisterte sich sofort derart, dass
sie schon kurz darauf ein Mitglied der Stepptanzgruppe wurde.
Und für die "tapdevils"
ist eines gleichermaßen klar: Nichts kickt mehr, als wenn der Rhythmus
stimmt. Klack, klack
Schwarzwälder
Bote 09.07.2007
2. Lange Schwenninger Kulturnacht 07.07.07
Wo anfangen, was
weglassen? Es begann kurz nach 18 Uhr mit heißen südamerikanischen
Rhythmen auf
dem Muslenplatz, der zu diesem Zeitpunkt noch von den
letzten Sonnenstrahlen beschienen wurde. Es ging
weiter mit einem
ansprechenden Stepptanz der Tap-Devils, die Klassiker wie "Singing in
the rain" und
"Mambo Number Five" auf der Marktplatzbühne darboten.
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